Buddy - G. Hole & Ch. Geisselhart

Als wir Buddy das erste Mal sahen, beeindruckte uns die Gelassenheit, mit der er uns zuzurufen schien: "Macht euch keine Sorgen, ich habe alles im Griff!" Das war erstaunlich, denn er war gerade erst aus einer Tötungsstation in Ungarn angekommen und musste sich in der Pflegestelle gegen mehrere Rüden behaupten. Genau diese Selbstsicherheit bewog uns, Buddy nach zwei Probewochen in unsere Familie aufzunehmen. Denn wir hatten noch nie einen Hund besessen, und seine ruhige, gelassene Art verhieß uns, dass wenigstens er wusste, wie das Zusammenleben von Mensch und Hund funktionierte.

Das Problem lag also von der ersten Sekunde an auf dem Tisch, und nach allem, was wir inzwischen über die Beziehung von Hund und Mensch gelernt haben, dürfte diese Regel für die meisten Mensch-Hund-Gemeinschaften gelten. Im Haus verhielt sich Buddy von Anfang an mustergültig. Vor allem nachdem er seine Scheu vor Innenräumen abgelegt hatte, war er respektvoll, entspannt, kinderlieb, unaufdringlich und freundlich zu unseren Besuchern.

Seine bisweilen erhöhte Wachsamkeit und unverhohlene Briefträgeraversion gab er schnell auf, nachdem er gelernt hatte, dass es sich lohnte, auf dem Platz zu bleiben, statt bellend zur Tür zu flitzen. Zwei Auffälligkeiten bereiteten uns allerdings anhaltend Sorgen: Erstens wuchs der angeblich bereits drei Jahre alte kastrierte Rüde munter weiter, bis er nach drei Monaten 40 Kilo wog und kaum mehr als mittelgroßer Hund zu bezeichnen war.

Buddy entwickelte sich vielmehr zu einem energiegeladenen Prachtvieh, das gerade in die Pubertät kam.Und zweitens zeigte Buddy außerhalb des Hauses von Anfang an ein völlig anderes Gesicht.

 

 

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