Ein Hund aus dem Tierschutz braucht am Anfang vor allem Ruhe, feste Abläufe und Zeit. Viele dieser Hunde kennen kein Leben in der Wohnung, keine Leine und keinen Stadtverkehr. Gib ihm deshalb in den ersten Wochen wenig Neues auf einmal, einen sicheren Rückzugsort und Menschen, die ruhig und berechenbar bleiben.
Ob dein Hund aus einem Tierheim in der Region kommt oder aus dem Ausland: Was er erlebt hat, weißt du oft nicht genau. Diese fünf Tipps helfen dir, ihn trotzdem gut abzuholen. Auch unser eigener Hund Diego kam 2004 aus dem Tierheim Ludwigsburg.

1. Plane die ersten Wochen bewusst ruhig
Besuch, Ausflüge und lange Spaziergänge können warten. Kurze, immer gleiche Runden, feste Fütterungszeiten und ein ruhiger Tagesablauf geben deinem Hund Orientierung. Viele Tierschutzhunde zeigen ihr wahres Wesen erst nach einigen Wochen, wenn sie sich sicher fühlen.
2. Richte einen sicheren Rückzugsort ein
Ein fester Ruheplatz, an dem dein Hund nicht gestört wird, auch nicht von Kindern oder Besuch, ist für viele Hunde der wichtigste Ort im Haus. Bei Alma, vermutlich eine Deutsch Kurzhaar von der Straße auf Kreta, war genau dieser feste Ruheplatz der Anfang: Nach zwei Wochen war sie zu Hause entspannt.
3. Sichere ihn draußen doppelt ab
Unsichere Hunde erschrecken leicht und winden sich schnell aus einem Halsband. Ein gut sitzendes Sicherheitsgeschirr und eine Leine, die du sicher in der Hand hältst, schützen in den ersten Monaten vor dem Entlaufen. Freilauf gibt es erst, wenn der Rückruf zuverlässig sitzt.
4. Lies seine Signale, statt ihn zu bedrängen
Gähnen, Wegdrehen, eine eingeklemmte Rute oder Erstarren zeigen dir, dass deinem Hund etwas zu viel wird. Lass ihn selbst entscheiden, wann er Kontakt aufnimmt, und lade ihn ein, statt ihn zu greifen. Vertrauen entsteht, wenn er merkt, dass seine Signale bei dir ankommen.
5. Hol dir früh Hilfe, bevor sich etwas festsetzt
Ausraster an der Leine, Zwicken bei Aufregung oder große Angst vor Geräuschen sind bei Tierschutzhunden häufig und kein Grund zur Verzweiflung. Je früher du die Ursache verstehst, desto leichter lässt sich gegensteuern. Training im gewohnten Umfeld fällt vielen dieser Hunde leichter als ein Hundeplatz voller fremder Hunde.
Wann sich ein Hundetrainer lohnt
Akhi kam mit dem Flugzeug aus Madrid zu Elke und Martin. Zu Hause war er verschmust, draußen erschrak er vor Geräuschen, kläffte Hunde und Mopeds an und zwickte bei Aufregung seine Menschen. Nach einem halben Jahr dachten die beiden schon darüber nach, ihn abzugeben. Bereits in der zweiten Woche Training waren die schlimmsten Vorfälle Geschichte.
Klappt es trotz Übung nicht, schauen wir uns die Situation bei dir zu Hause in Stuttgart und im Umkreis von rund 30 km um Sillenbuch an. Mehr dazu bei unserem Training für Tierschutzhunde in Stuttgart. Ist dein Hund vor allem ängstlich, hilft unser Angsthund-Training.
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